Verein Chronik

Zu seinem 100. Geburtstag, war es dem Turnverein 1894 Altenhaßlau Anlass genug, einmal Rückschau über die Entwicklung des Vereins zu halten.

Es ist bekannt, dass das Turnen in Deutschland bereits im Jahre 1811, als der Turnvater Friedrich Jahn in der Hasenheide in Berlin seinen ersten Turnplatz anlegte, seinen Anfang nahm. Die damals stark freiheitlich eingestellten Turner sollen der seinerzeitigen Regierung nicht sehr angenehm gewesen sein und so kam es auch im Jahre 1819 zur ersten längeren Turnsperre. Daran mag es auch liegen, dass sich in Altenhaßlau erst 1894 einige turnbegeisterte junge Männer zur Gründung eines Turnvereins entschlossen. Als Vereinslokal und Übungsstätte wurde die Gastwirt­schaft Wagner/Linneberger auserwählt, sicher auch deshalb, weil ihr damaliger Inhaber zu den Vereinsgründern zählte. Dieses Lokal dient dem Jubilar auch heu­te noch als Vereinsgaststätte, vom Gründungstage selbst sind leider keinerlei Un­terlagen mehr vorhanden und alle ursprünglichen Gründer sind zwischenzeitlich verstorben. Wir besitzen von ihnen aber noch ein Bild  vom Anturnen im Jahre 1909.

Während der Wintermonate wurde das Turnen im Saale des Vereinswirts gepflegt. Noch vor dem 1. Weltkrieg bildete sich auch innerhalb des Vereins eine Gruppe von Spielleuten. Als der Verein schon 90 Mitglieder zählte und durch seine Leistungen besonderen Ruf im Turngau erlangt hatte, brach der 1. Weltkrieg aus. Die meisten Aktiven wurden zu den Waffen gerufen und das Vereinsleben kam völlig zum Erliegen. Schon bald nach Rückkehr aus dem Kriegsdienst regten sich treue Anhänger mit Neuhinzugekommenen und bauten den Verein kurzfristig wieder auf. Das alte, gute Ansehen war schnell wieder zurückgewonnen, denn schon 1922 übertrug man den damals Verantwortlichen vom Turngau aus die Ausrichtung eines Gau‑Jugend‑Turnfestes. An diesem Turnfest haben aus der engeren Heimat und den Nachbar‑Turnkreisen 800 Jugendliche teilgenommen.

In den Folgejahren und in Anlehnung an die neuere, sportliche Entwicklung kamen zum Turn‑ und Spielleutebetrieb die Sportarten Leichtathletik und Handball, sowie das Theaterspiel. Die stete Aufwärtsentwicklung des Vereins wurde erneut, und zwar 1939 durch den Ausbruch des 2. Weltkrieges wiederum schmerzlich unter­brochen. Nach Kriegsschluss im Jahre 1945 standen die Vereinsanhänger wieder vor einem neuen Anfang.

Langsam aber mit großer Konstanz ging es mit vereinten Kräften an den erneuten Aufbau des Vereins und in den einzelnen Abteilungen pulsierte wieder reges Leben.

Das Jahr 1969 rückte heran und mit einem großen Fest feierte der TVA sein 75‑jähri­ges Vereins‑Jubiläum‑. Höhepunkt waren dabei der Bunte Abend mit Hubert Wolf und seinen Original Böhmerländer Musikanten, das Gau‑Kinderturnfest des Turngaues Kinzig auf dem Sportplatz an der Geislitzer Straße, das große Spielleutetref­fen und vor allem der hervorragend gelungene Festzug durch die Altenhaßlauer Ortstrassen.

Das Jahr 1974 warf seine Schatten voraus und erneut zeigte der Turnverein, dass er es versteht, Feste zu feiern. Gemeinsam mit dem Gesangverein Harmonie, der 90 Jahre alt wurde, beging man das 80‑jährige Bestehen. Der Bunte Abend mit der Do­nauschwäbischen Blasmusik unter der Leitung von Josef Augustin sei hier stellvertretend für die übrigen Festhöhepunkte genannt.

Abermals galt es, im Jahre 1984 ein TVA‑Jubiläum zu begehen. 90 Jahre waren Anlass genug, erneut den Verein in der Öffentlichkeit darzustellen und gemeinsam mit der Bevölkerung aus Nah und Fern das Fest zu feiern. Wieder ließen sich die Ver­einsverantwortlichen nicht lumpen, verpflichteten die weit über Deutschland und besonders im Fernsehen bekannten Musiker der Original Kaiserlich Böhmischen, die dann auch nicht enttäuschten und das gut besetzte Festzelt in tolle Stimmung versetzten. Aber auch das erneute Spielleutetreffen mit fast 30 Musik‑Fanfaren‑ und Spielmannszügen sowie die verschiedenen Sternmärsche waren Höhepunkt des Ju­biläumsfestes.

Mit viel Eifer wurde in den vergangenen 10 Jahren der traditionsreiche Verein weiter auf‑ und ausgebaut, so dass erfreulicherweise im 100‑jährigen Jubiläumsjahr 1994 ein wirkungsvoller Spielmannszug, eine starke Turnabteilung mit Kinderturnen, Eltern/Kind‑Turnen, Männer‑Freizeitriege, zwei Frauen‑Turngruppen (Speckriege und Jungbrunnen), eine äußerst engagierte Wanderabteilung WO und nicht zuletzt eine spielstarke Handballabteilung vorhanden sind.

 

(aus der Festschrift zum 100-jährigen Vereinsjubiläum)