Sport im Wandel der Zeit - TV 1894 Altenhasslau eV

TV 1894 Altenhasslau e.V.
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Sport im Wandel der Zeit

Berichte > 2019 > August 2019
Quelle/Autor:

Gelnhäuser
Neue Zeitung

24.08.2019

Jubiläum: Mitmach- und Schnupperangebote

Als vor 125 Jahren einige junge Männer den Turnverein Altenhaßlau (TVA) gründeten, hätte sicher keiner gedacht, dass ihr Zusammenschluss das Dorfleben so lange bereichern würde. Heute führt der Vorsitzende Klaus Paul einen modernen Verein, der mit Zuversicht in die Zukunft blickt, auch wenn die vielen ehrenamtlichen Trainer und Betreuer wissen, dass sich der Kampf für neue Mitglieder und Helfer ähnlich schwierig gestaltet wie die Gründungstage. Am Samstag und Sonntag, 31. August und 1. September, feiert der TVA sein Jubiläum.
 
Bereits im Jahr 1811 legte Turnvater Friedrich Jahn auf der Berliner Hasenheide den ersten Turnplatz an. Zunächst von der adeligen Obrigkeit sehr skeptisch beäugt, wurde das Turnen vielerorts mit einer Sperre belegt. So kam es, dass es bis ins Jahr 1894 dauerte, bis die Welle schließlich auch am Hasselbach ankam. Die Gründung des TVA war reine Männersache. Geübt wurde in Gottes freier Natur. Im Winter konnte man in der Gastwirtschaft Wagner/Linneberger, später als „Hanauer Hof“ bekannt, die vielfältigen Übungen zur Leibesertüchtigung umsetzen. Bis zur Schließung blieb der „Hanauer Hof“Vereinslokal, auch wenn nach dem Bau der Brentanohalle nicht mehr im Saal geturnt wurde. Doch viele aktuelle und ehemalige Mitglieder des TVA können sich noch gut an die Räume und die dazugehörigen Kanonenöfen erinnern.
 
Noch vor dem Ersten Weltkrieg wurde nicht nur das Turnen gepflegt. Bald bildete sich eine Gruppe an Spielleuten, die aktiv Musik machte. Doch als der Verein 90 Mitglieder zählte und sich durch seine Leistungen besondere Aufmerksamkeit im Turngau erarbeitet hatte, begann der Erste Weltkrieg und die Aktiven wurden zur Armee eingezogen. Nach Ende des Waffengangs fanden sich schnell wieder treue Anhänger, aber auch neue Mitglieder zusammen, um den Verein wieder zu aktivieren. Das alte Ansehen wurde schnell zurückgewonnen, 1922 wurde das große Gaujugendturnfest mit mehr als 800 Teilnehmern aus der Region und Nachbarkreisen organisiert. Neben dem Turnen reformierte sich auch der Spielmannszug, später kam die Leichtathletik. Seit 1929 sind die Handballer ein fester Bestandteil der Altenhaßlauer Turnfamilie.
 
Die Aufwärtsentwicklung wurde erneut unterbrochen. Doch auch nach dem Zweiten Weltkrieg schafften es die vielen treuen Mitglieder, den Verein wieder in die richtige Richtung zu führen. Langsam begann auch die Veränderung im Turnen selbst, immer mehr Frauen wurden aktiv und bereicherten den Verein sehr. 1969 wurde das 75-jährige Bestehen groß mit einem Fest am Sportplatz gefeiert. Darin integriert waren ein Treffen der Spielleute und ein großer Festzug durch die Straßen.
 
Zum 100-jährigen Geburtstag im Jahr 1994 stand der TVA sehr gut da. Es gab einen wirkungsvollen Spielmannszug, eine starke Turnabteilung mit Kinderturnen, Eltern- Kind-Turnen, Männer-Freizeitriege, den zwei Frauenturngruppen „Speckriege“ und „Jungbrunnen“, eine engagierte Wanderabteilung und nicht zuletzt eine spielstarke Handballabteilung, die vor allem durch den Bau der Brentanohalle profitierte. Vor allem bei den Frauen holten sich die „Sandhasen“, wie die Altenhaßlauer und deren Handballer im Besonderen genannt werden, große Erfolg.
 
Während der Spielmannszug seit Jahren nicht mehr aktiv ist, die 1975 gegründete Wanderabteilung dagegen sehr aktiv ist und fast jede Woche eine Veranstaltung anbietet, ist die Turnabteilung die, die sich immer wieder neu aufstellen musste. Im Gegensatz zu den Gründungstagen ist die Abteilung fest in der Hand des weiblichen Geschlechts. Leistungsturnen an sich wird nicht mehr angeboten. Dafür gestaltet ein Team um Katrin Frühauf die Nachwuchsarbeit mit dem Eltern-Kind-Turnen und weiteren Angeboten für Kinder. Rund um Heike Kayser hat sich ein breites Angebot für Erwachsene etabliert. Dabei ist die „Speckriege“, die seit mehr als 50 Jahren aktiv ist, ein fester Bestandteil. Aerobic und Fitness sind aus den 90er-Jahren weitergeführt worden. Manche Gruppen sind seit vielen Jahren zusammen und fast schon zu einer Familie geworden.
 
Im Gymnastikraum der Beruflichen Schulen in Gelnhausen werden zahlreiche Kurse angeboten. „An Kindern mangelt es uns nicht“, blickt Katrin Frühauf auf ihr rege genutztes Angebot. Auch bei den Erwachsenen und Senioren ist der TVA gut aufgestellt. „Wir bieten immer wieder Neues. Unter anderem Sitzgymnastik und Yoga“, erklärt Heike Kayser. Doch für Jugendliche und junge Erwachsene ist der Gang zum Fitnessstudio viel zu oft wichtiger, als den aktiven Sport im Verein zu betreiben. Deshalb wurde das Programm „young and fit“ ins Leben gerufen, das ein abwechslungsreiches Angebot anbietet und auch zur Entschleunigung in einem stressigen Alltag genutzt werden kann. „Wir sehen optimistisch in die Zukunft, auch wenn Helfer, Betreuer und Trainer stets gesucht und Hallenzeiten knapp sind“, fasst der Vorsitzende Klaus Paul zusammen.
 
Am 31. August und 1. September wird der TVA seine ganze Bandbreite im Rahmen des Jubiläumsfests vorstellen. Rund um die Brentanohalle stehen das sportliche Programm vom Turnen bis hin zum Handball im Vordergrund. Zudem ist ein Treffen ehemaliger und aktueller Aktiver, Trainer und Betreuer geplant. „Wir freuen uns, wenn viele Besucher vorbeikommen“, lädt Klaus Paul dazu ein. Samstags steht der Handball im Vordergrund, nach einem Turnier wird es ein Spiel gegen einen Drittligisten geben. An beiden Tagen wird das Sportangebot in der Haselaschule vorgestellt. In der Brentanohalle werden sonntags Spiele und ein Mini-Turnier im Handball angeboten. Die Bergstraße wird an den beiden Tagen gesperrt sein.
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